Geschichte

Aus der Geschichte der Kirchengemeinde Beilngries

Beilngries ist eine sehr junge Kirchengemeinde. Soweit in dieser katholischen Gegend evangelische Christen wohnten, wurden sie lange Zeit von Bachhausen aus betreut. Für das Jahr 1854 ist eine Zahl von 56 Evangelischen in Beilngries überliefert. Evangelisch waren in der ehemaligen Kreisstadt Beilngries in der Hauptsache Beamte, die in der Verwaltung arbeiteten, außerdem auch einige Eisenbahner, die hier tätig waren. (Beilngries war Eisenbahnknotenpunkt mit Strecken in drei Richtungen!)

1913 bildete sich ein „Evangelischer Verein für Beilngries und Umgebung“ mit dem Ziel, eine evangelische Kirche zu bauen. 1918 schenkte die Stadt Beilngries dem Verein einen Bauplatz, doch bevor mit dem Bau begonnen werden konnte, verlor durch die Inflation von 1923 alles bis dahin gesammelte Geld seinen Wert. Unverdrossen begann man erneut, das nötige Geld zu sammeln. So konnte am 12. September 1926 der Grundstein gelegt und am 28. Mai 1928 die Kirche geweiht werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden hier und in den Nachbarstädten Berching und Dietfurt viele Flüchtlinge und Vertriebene angesiedelt, vor allem aus den evangelischen Gebieten Schlesiens. 1949 erhielt Beilngries den Status einer eigenen Kirchengemeinde, im Jahr darauf seinen ersten eigenen Pfarrer und wieder ein Jahr später wurde ein Pfarrhaus gebaut. Durch den Zuzug der vielen Flüchlinge entstand auch in Berching und Dietfurt das Bedürfnis nach eigenen evangelischen Gotteshäusern. 1955 wurde die Erlöserkirche in Berching eingeweiht, 1969 wurde die Friedenskirche in Dietfurt errichtet. Die beiden Kirchen in Berching und Dietfurt sind in Architektur und Ausstattung typisch für ihre Entstehungszeit. Gemeinsam ist beiden auch, daß sie je zwei Gemeinderäume enthalten. 1962 wurde bei einer Renovierung der Innenraum der Christuskirche neu gestaltet. Der Bau eines Gemeindehauses kam über das Planungsstadium nicht hinaus.

Das Verhältnis zu den katholischen Nachbargemeinden war lange Zeit sehr konfliktbeladen. Einziger Lichtblick: Die Evangelischen durften in katholischen Kirchen Gottesdienste feiern. Auch nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat es noch eine gute Zeit gedauert, bis sich im Geist der Ökumene ein freundliches nachbarschaftliches Verhältnis entwickeln konnte.

Zur Kirchengemeinde Beilngries gehören die Städte Beilngries, Berching und Dietfurt, sowie der Markt Breitenbunn. Kommunale und kirchliche Grenzen stimmen aber nicht genau überein. Die nördlichen Ortsteile von Berching (u. a. Pollanten und Erasbach) gehören kirchlich zu Bachhausen, die nördlichen Orststeile von Breitenbrunn gehören zu Parsberg. Zu Beilngries gehören auch einige Ortsteile von Kinding (u. a. Haunstetten). In der Kirchengemeinde Beilngries leben derzeit 1803 Gemeindeglieder (Stand: 25. 9. 2018), davon in Beilngries 688, in Berching 471, in Dietfurt 486, in Breitenbrunn 128, in Kinding 29 und in Riedenburg 1 (jeweils mit Außenorten).

Die Kirche in Beilngries ist tagsüber geöffnet. Die Kirchen in Berching und Dietfurt sind abgeschlossen. Der Besucher mag bedauern, daß diese beiden Kirchen nur zu den Gottesdiensten zugänglich sind. Das ist schlicht eine Frage des Geldes. Ein Mesner, der morgens aufsperrt und abends zusperrt, hat Anspruch darauf, für diese Tätigkeit (einschließlich Weg) entlohnt zu werden. Pro Woche macht das für jede Kirche zwei ganze Arbeitsstunden. Für alle, die das Glück haben, dass die Kirchen gerade offen sind, liegt ein von Dagmar Knecht verfasster Kirchenführer aus, der gerne mitgenommen werden kann.
(H. – M. Hechtel)




Pfarrer in Beilngries

1950-1978Gustav Markwart
1978-1985Wilhelm Gericke
1985-1997Dr. Claus Petersen
1998Helmut Küstenmacher
1998-2011Dagmar Knecht
seit 2012Hans-Michael Hechtel